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Die Autorin mit einem Herz für mentale Gesundheit

Mirta Angelica Clobas ist nicht nur eine aufstrebende Autorin, die mit ihren Geschichten Menschen helfen möchte, sich selbst zu erkennen. Die 39jährige Argentinierin hilft in ihrer Freizeit auch Menschen, die aus dem Krankenhaus entlassen wurden und hat eine Hilfsorganisation für Menschen in psychischen Ausnahmesituationen gegründet. Im Interview erzählt sie, was sie antreibt und welche Motivation hinter ihrem Engagement für mentale Gesundheit steckt.

Vor kurzem kam das Erstlingswerk „Fragments del Pecado“ auf Amazon heraus. Woher kommt die Leidenschaft zum Schreiben?

Meine Motivation war mein Vater. Er hatte großen Einfluss auf mich und brachte mir bei, die Gefühle nicht zu unterdrücken. Mein Vater hat mich immer dazu ermutigt, meinen Träumen zu folgen. Du magst es? Tu es! Einige Leute werden es mögen, andere nicht, Das ist okay. Es ist nur wichtig, dass Du deinen Zielen folgst und frei bist.

Die Grundidee meiner Geschichten ist, dass sich die Leute mit den Figuren in meinen Geschichten identifizieren. Sie sollen sich darin wiederfinden und sagen: „Hey, das bin ja ich!“ Jede Geschichte für sich ist eigenständig. Die Leser sollen bei einigen auch realisieren, dass ihnen das genauso widerfahren kann, was die Protagonisten meines Romanes durchmachen. Ich möchte nicht nur aufrütteln, sondern auch die Selbstakzeptanz und Selbstliebe fördern.

Manche Autoren schreiben über das, was sie selbst durchmachen…

Ich hatte durchaus schwierige Zeiten in meinem Leben. Mein Vater starb vor sieben Jahren und ich war wie betäubt. Erst Jahre danach fand ich die Kraft, meine Gefühle als „Briefe an meinen Vater“ in Worte zu fassen. Ich schrieb, was ich nicht sagen konnte. 

Ein Mann steht rechts. Er hat weisse Haare und ein blau gestreiftes Hemd an. Eine jüngere Frau, seine Tochter, lehnt sich auf der linken Seite an ihn und platziert ihre Hand auf seiner Brust. Sie hat langes, schwarzes Haar, dass sie offen trägt. Sie hat einen weißen Pullover mit langen Ärmeln an. Der Hintergrund des Bildes ist verschwommen. Es scheint sich um ein Gebäude aus Stein zu handeln.
Die Autorin hatte eine tiefe Bindung zu ihrem Vater.

War diese Krise einer der Gründe für die Gründung Ihres „You Are Not Alone“- Projektes?

Vor einigen Jahren haben Freunde mir gegenüber erwähnt, dass sie verzweifelt sind, weil sie das Gefühlt haben, sich niemandem anvertrauen zu können. Sie haben sich allein gefühlt. Damals habe ich das erste Mal versucht, den Leuten zu verdeutlichen, dass ich für sie da bin. Ausschlaggebend für die Gründung meines Projektes war aber ein Freund, der durch eine schwere Phase in seinem Leben gegangen ist.

2023 haben mich seine Eltern völlig aufgelöst angerufen. Er habe sich in seinem Zimmer verschanzt. Er reagiere auf keine Ansprache und sie hatten Angst, dass er sich was antun könnte. Sie baten mich, zu ihm zu fahren und mit ihm zu reden. Als ich bei ihm war, gelang es mir, zu ihm durchzudringen. Von 7 Uhr abends bis drei Uhr nachts haben wir geredet. Ich konnte ihm klar machen, dass er nicht allein ist. Das war eine einschneidende Erfahrung. Daher gibt es das „Du Bist Nicht Allein“ – Projekt (engl. „You Are Not Alone“)

Wie ging es mit ihm weiter?

Es geht ihm besser. Er hat einen Job und vor sechs Monaten hat er sogar geheiratet. Er ist noch immer in Therapie, das ist gut. Ich bin sehr stolz auf ihn.

Durch dieses Erlebnis habe ich erkannt, wie viel man durch Präsenz und Zuhören erreichen kann. Manchmal bekomme ich auf meinem Instagram Account Nachrichten von Hilfesuchenden um drei Uhr morgens. „Ich bin in einer tiefen Depression, ich weiß nicht, was ich noch machen soll“, lese ich da beispielsweise. In solchen Fällen gebe ich den Leuten einige Werkzeuge, um aus diesem Loch herauszukommen. Wenn es finanziell und auch logistisch möglich ist, organisiere ich einen Termin bei einem Psychologen. Therapie ist eine hervorragende Möglichkeit, seine mentale Gesundheit zu verbessern und zu stabilisieren. 

Sie kümmern sich aber auch um die physische Gesundheit von Menschen.

Das stimmt. Ich betreute Menschen die gerade aus dem Krankenhaus entlassen wurden. Sie bekommen von mir Hilfe bei der Körperhygiene, wenn nötig auch bei der Nahrungsaufnahme und ich erledige auch alle alltäglichen Betreuungsaufgaben. 

Ich mag den Umgang mit Menschen generell. Daher arbeite ich auch in einem Eissalon. Dort komme ich mit vielen Kunden in Kontakt.

Sie haben schon viel erreicht, worauf sie Stolz sein können.

Am stolzesten bin ich auf meinen Sohn Juani. Ich hab ihn alleine groß gezogen – und jetzt ist er ein netter, starker 20jähriger. Er hat mir sehr geholfen, als ich am Tiefpunkt war nachdem ich meinen Vater verloren hatte.

Ein jüngerer Mann mit Brille und grauem T Shirt steht rechts neben einer lächelnden Frau mit langen, dunklen Haaren. Sie trägt ein schwarzes Spaghettitop. Der Mann sieht etwas schüchtern in die Kamera. Beide stehen in einem Park, man sieht Bäume und Gras im Hintergrund.
Die Autorin hat ihren Sohn Juani ganz alleine groß gezogen.

Vielen Dank für Ihre Zeit und das Teilen Ihrer inspirierenden Geschichte. 

Ausschnitt aus „Wiederholte Sünde“

„Es gibt Lieben, die Zuflucht sind… und andere, die Feuer sind. Unsere wollte uns nie retten. Sie wollte nur sehen, wie wir brennen.“

Die Geschichte ist im Buch von Clobas zu finden. Erhältlich in Spanisch und Englisch auf Amazon

Buchcover

Online Interview vom Februar 2026

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