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Wenn Schuhplattler auf Taxitänzer treffen – Das Aufsteirern in Graz.

In Graz hat das traditionelle „Aufsteirern“ sein 25-jähriges Jubiläum gefeiert. Vom 19 bis 20. September waren die Straßen und Gassen der Stadt richtiggehend geflutet von Dirndlkleidern und krachledernen Lederhosen. Zwischendrin hörte man laute „Juchizer“ und das Schnalzen der Peitschen der Goaßlschnalzer.

Jeder spricht vom Oktoberfest, dabei gibt es in Österreich ein Event, das um ein Vielfaches authentischer ist. Beim „Aufsteirern“ steht alles im Zeichen von Tradition, Brauchtum und Trachten. Dabei finden die Aufführungen und Darbietungen auf Bühnen quer durch ganz Graz statt. Es wird gemeinsames getanzt, verschiedene Musikgruppen treten auf und auch Volkstanzgruppen und traditionelle Handwerker zeigen dem Publikum ihr Können.

Beim Schnalzen kommt es auf die Handbewegung an.

Es ist ein Tohuwabohu von Stimmen, Musik und Gelächter. Aber all das wird übertönt von knallenden Peitschenhieben, die quer über das Gelände zu hören sind. Die Goaßlschnalzer haben ihre Show begonnen. Das durchdringende Geräusch entsteht, wenn ihre Peitsche aus Hanf oder Leder durch eine geübte Handbewegung die Schallmauer durchbricht. Denn so ein „Schnalzer“ wird durch eine Geschwindigkeit von 1200 km/h – und mehr erzeugt.

Früher wurde das markante Geräusch von den Fuhrwerk-Fahrern verwendet. Sie haben mit dem Knall signalisiert, dass sie im Anmarsch sind und die Straße frei gemacht werden soll. Große Aufmerksamkeit bekommen sie auch heute noch, wenn sie bei Brauchtumsveranstaltungen auftreten. Besonders oft wird diese Tradition im Alpenraum durchgeführt. Hier finden sogar Wettbewerbe statt, bei denen der beste Schnalzer von einer Jury bestimmt wird. 

Zwei Männer in Tracht haben einen langen Stab in Händen. Sie tragen Hüte mit Gamsbärten, grüne Jacken über weißen Hemden und je eine rote Krawatte. Sie haben Lederhosen an und grüne Strümpfe. Sie stehen an einem großen Platz und lachen in die Kamera.
Zwei Goaßlschnalzer im traditionellen Outfit.
Ein Teufelsgeiger posiert für ein Foto. Er hat eine kurze Lederhose an, weißes Hemd und grüne Weste. Er trägt einen Hut, sieht direkt in die Kamera und hat sein Instrument in der rechten Hand. Er steht auf der Straße
"Schumi" mit seiner Teufelsgeige

Teufelsgeiger, G´stanzl singen und Taxitänzer

Aber auch bei den regulären Musikanten gibt es einige Hingucker. So kommt bei manchen Gruppen ein außergewöhnliches Instrument zum Einsatz. Die Teufelsgeige. Dieses Instrument ist extrem vielfältig, weil man sich bei der Konstruktion so richtig austoben kann. An dem Rundstabbogen sind verschiedene Rhythmusinstrumente wie Schellen, Klangstäbe oder Waschrumpeln befestigt. Beim Aufstampfen auf den Boden oder durch das Spielen mit einem Kochlöffel oder ähnlichem entstehen dann die Töne. An manchen Geigen gibt es auch Seiten, was das Instrument noch vielfältiger macht.

Obwohl mit Tanz- und Musikgruppen schon viel für das Publikum geboten wird, haben sich die Veranstalter einige zusätzliche Zuckerl einfallen lassen. Die Besucher konnten in Workshops sowohl das G´stanzl singen als auch das Jodeln probieren. Ein Profi hat vorgezeigt, wie es gemacht wird. Natürlich steht hier der Spaß im Vordergrund. Genau wie beim angeführten Tanzen, bei dem jeder mitmachen konnte. Tanzbegeisterte ohne Partner konnten aus verschiedenen „Taxitänzern“ wählen, mit denen sie ihre Leidenschaft aufleben konnten.

Junge Mädchen tanzen und drehen sich gegenseitig im Kreis. Sie tragen dabei Tracht. Sie tanzen auf den Straßen einer großen Stadt in einer großen Gruppe
Beim Tanz Workshop stand der Spaß im Vordergrund
Drei ältere Herrschaften die mit blauen Schürzen auf Stühlen sitzen. sie sehen nach unten uns sind konzentriert. In den Händen haben sie lange dünne Halme. Alle drei tragen verschiedenfarbige Hüte.
Diese Handwerker zeigen den Besuchern wie Korbflechten funktioniert.

Mehr als 200.000 Besucher sind vor Ort

„Beim Aufsteirern gehts in erster Linie um den Erhalt von Brauchtum und Tradition“, erklärt eine ältere Einheimische. Natürlich gibt es auch hier Leute in Tracht, für die mehr „sehen und gesehen werden“ zählt als ihr Bekenntnis zum Brauchtum. Dennoch ist dieses Fest noch authentischer als das Oktoberfest. Beim größten Volksfest der Welt werden sogar nachgebaute Lederhosen aus Polyester vor dem Eingang angeboten. 

Inzwischen hat auch das „Aufsteirern“ schon enorme Dimensionen erricht. Über 240.000 Besucher zählte das Festival in diesem Jahr. Dabei kommt das Publikum sowohl aus benachbarten Bundesländern als auch aus anderen Nationen. Damit die Gäste nichts verpassen, hat man sogar eine App entwickelt. Hier findet man das jeweilige Bühnenprogramm und kann einen Tagesplan mit seinen Favoriten zusammenstellen.

Was sagt die Position der Schleife am Dirndl über dessen Trägerin aus?

Rechts eine Dame im Dirndlkleid mit dunklen, langen Haaren, einer weißen Dirndlbluse und grünem Dirndl mit Roter Schürze. Die Bluse ist kurzärmelig. Daneben seht ein Mann mit leichtem Oberlippenbart und dunklen Haaren. Er hat eine beige Jacke an, darunter ein auergestreiftes Shirt und eine braune Hose. Er trägt einen Rucksack. Beide stehen auf einem belebten Platz und lachen in die Kamera.
  • Schleife sitzt links: Die Trägerin ist ledig
  • Schleife sitzt rechts: Die Dame ist vergeben oder verheiratet
  • Schleife sitzt mittig: Die Trägerin ist Jungfrau oder es ist kompliziert
  • Schleife sitzt hinten: Die Dame ist verwitwet oder arbeitet als Kellnerin

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Ich mache auch immer wieder Online Präsentationen über Brauchtum, Reisen und andere Kulturen. Auf meiner Eventim Veranstaltungsseite findet ihr die neuesten Termine.

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Quellen:

Eigene Erfahrungen beim Aufsteirern 2026 (20.09.2026)

Presseinformation des Veranstalters

Aussagen von Interviewpartnern vor Ort

„Aufsteirern“ – Zeitung und App

 

Fotos: Ingrid Müller

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