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Unbekanntes Prag

Die tschechische Stadt ist vor allem für die Karlsbrücke und die Prager Burg bekannt. Beides echte Sehenswürdigkeiten, aber man sollte die größte Metropole und Hauptstadt des Landes nicht nur darauf reduzieren. Es gibt auch noch viel mehr zu entdecken.

Es beginnt zu nieseln, als ich mit der Tram am Havlíček Park ankomme. Erst mal einige Meter einen Hügel hoch und ich erlebe den ersten „das hätte ich jetzt nicht erwartet“- Moment. Es sollte einer von vielen sein. Ein Weingut – mitten in der Parkanlage! Weinreben erstrecken sich den kleinen Berg hoch bis zu einem beeindruckenden Gebäude. Hier lässt man sich die vergorenen Früchte der weinbäuerlichen Arbeit mit Blick auf die Stadt schmecken. Aber das war nicht das Ziel meines Ausflugs. Quer durch den Park, eigentlich schon am anderen Ausgang, liegen die „Grotten von Prag“.

Überhaupt nicht "grottig"

Man fühlt sich ein wenig wie Indiana Jones, wenn man durch die großen, bis zu drei Meter hohen Felsen durch schlendert. Erst geht es einige Stufen rauf, dann entdeckt links eine kleine Höhle mit Sitzgelegenheit. Staunend spaziert man weiter und stolpert fast, weil man nur Augen für die Umgebung hat. Teilweise sind die Felsen von Pflanzen überwuchert und die Gänge verzweigen sich. Schließlich steht man auf einem halbrunden Balkon und blickt auf einen märchenhaften Springbrunnen hinunter.

All das wurde schon 1871 vom Eigentümer der Parkanlage, dem Industriellen Moritz Gröbe in Auftrag gegeben. Die künstlichen Felsen wurden aus Ziegel und Mörtel hergestellt und anschließend verputzt. Über das ganze Gelände verteilt finden sich kleine Zufluchtsorte. Von kleinen Höhlen für zwei Leute bis zu großen Einbuchtungen, in denen locker sechs Personen Platz haben. Das Highlight der Anlage ist jedoch der Brunnen mit einem Meeresgott in der Mitte. 

Die Grotten wurden leider immer wieder Ziel von Vandalen oder auch für Drogenexzesse benutzt. Es kam sogar einmal zu einer „Entführung“: Die Statue des Meeresgottes Triton wurde auf dem Park entwendet und erst nach einer polizeilichen Suchaktion wiedergefunden. Die auf der Feste Třebotov aufgetauchte Figur wurde daraufhin zweimal dupliziert. Eine Kopie blieb auf der Feste, die zweite steht jetzt in den Grotten und das Original ist im Neuen Rathaus der Stadt zu finden.

Nach umfangreichen Restaurierungen ist die Anlage seit 2011 wieder für die Öffentlichkeit zugänglich. 40 Millionen tschechische Kronen (ca. 1,6 Millionen Euro) hat man investiert, damit sie im alten Glanz erstrahlen. Nach meinem Besuch dort kann ich nur sagen: Mission erfüllt! 

Kunst muss nicht langweilig sein

Man kommt in Prag nicht um die Kunstwerke von David Černý herum. Es sind keine vermeintlich langweiligen, nichtssagenden Statuen, von denen ich hier spreche. Da tut sich schon etwas. Aber erst mal ein paar Eckdaten vom Künstler. 1967 wurde er in Prag geboren und hat 1990 das erste Mal mit einer Aktion richtig für Aufmerksamkeit gesorgt. Der Konzeptkünstler hat sich einen Eimer Farbe geschnappt und ein sowjetisches Denkmal rosa angemalt. 

Mit dieser Protestaktion gegen den Einfluss der Sowjetunion hat er sich sicher nicht nur Freunde gemacht. Der Aktivist ist bis heute seiner Linie treu geblieben und kritisiert vor allem Autorität und soziale Normen. Unterstützt wird er auf seiner Mission von der Stadt Prag, die seine Kunst im öffentlichen Raum fördert und von privaten Unterstützung. Denn bei seinen doch ziemlich aufwendigen Projekten braucht er wirklich alle Hilfe, die er kriegen kann.

Riesige Gesichter, nackte Männer und Flugzeugschmetterlinge

Das bekannteste Werk ist der Kafka-Kopf. Die „METALmorphosis“ ist rund 11 Meter hoch und besteht aus 42 beweglichen Scheiben. Das Besondere: Jede volle Stunde bewegen sich die Scheiben. Der Kopf dreht sich erst von einer Seite zur anderen. Dann rotieren die Scheiben gegengleich oder auch in unterschiedlichem Tempo. Insgesamt dauern die Drehbewegungen des knapp 40 Tonnen schweren Kunstwerks etwa zehn Minuten. Die 2014 eröffnete Figur steht im Hinterhof des Quadrio Einkaufszentrums. 

Man sieht einen riesigen, silbernen Kopf der aus mehreren Platten besteht. Er steht auf einem glänzenden Sockel. Links davon steht ein modernes Haus, auf der rechten Seite ein älteres Gebäude.
Das Kunstwerk bewegt sich jede Stunde - überraschenderweise komplett lautlos.

Das der zeitgenössische Künstler durchaus Sinn für Humor hat, stellt man im Innenhof des Kafkamuseums fest. Das Kunstwerk dort hat den passenden Namen „Piss-Brunnen“. Nomen est omen – Zwei nackte, männlichen Figuren erleichtern sich in einen Teich. Es sind auch keine starren Statuen, sie sind durchaus beweglich. Nun ja, Teile davon. Die Penisse können gesteuert werden und sogar ganze Worte in den Brunnen „schreiben“. Man kann die gewünschte Botschaft einfach per SMS an die Kunstinstallation schicken.

Einen viel ernsteren Hintergrund haben da schon die „Spitfire Schmetterlinge„, die an der Wand des Kaufhauses Máj zu finden sind. Teile des Kunstwerks wurden aus alten Jagdflugzeugen des Zweiten Weltkriegs geschaffen. Hier ist die Botschaft offensichtlich. Der Künstler möchte zeigen, wie auch aus so etwas Unschuldigem und Fragilem wie einem Schmetterling (=Frieden) schnell eine Waffe werden kann. Außerdem ist es eine Hommage an die tschechischen Kampfpiloten im Zweiten Weltkrieg, die in der britischen Armee gedient haben. 

Bei diesem Kunstwerk sieht man zwei unbekleidete Männer aus grün angelaufenen Metall, die in einem Brunnen stehen. Sie urinieren in den Brunnen. Im Hintergrund sieht man Fahrräder von Besuchern und ein Gebäude
Der Künstler macht sich über gesellschaftliche Normen lustig.
Zwei auf den ersten Blick riesige Schmetterlinge an einer Hauswand. Allerdings besteht der Rumpf der Insekten aus einem alten Jagdflugzeug.
Hier hat der Künstler Unschuld mit dem Schrecken des Krieges vermischt.

Zwischen Kerzen und Totenschädel

Nach dem Erklimmen von unendlich vielen Stufen und Hügel sollte man sich auch stärken. Natürlich gibts an fast jeder Ecke McDonalds, Imbissbuden und Schnellrestaurants. Ich habe andere Pläne. Mich zieht es ins älteste Gasthaus von Prag, das seit 1375 täglich geöffnet ist.

Die Lage ist für das „Krčma U Krále Brabantského“ ideal, immerhin müssen die Touristenmassen direkt vorbei, wenn sie zu Sehenswürdigkeiten wie der St. Niklolauskirche oder dem Kaiserstein Palast wollen. Das „Lokal des Königs von Brabant“ hat dabei schon König Wenceslav IV, einige bekannte Alchemisten, den Henker „Mydlar“ und sogar Wolfgang Amadeus Mozart verköstigt. 

Im Gasthaus selbst kann man aus Speisen wie „Schweineknie in Biersauce“, „Teufelshuhn“ oder „auf Honig gegarte, zerrupfte Ente“ wählen. Serviert wird all das in mittelalterlicher Atmosphäre. Kein elektrisches Licht, nur jede Menge Kerzen. Ich war übrigens um zwölf Uhr mittags dort und konnte gerade mal die Hand vor Augen sehen, so dunkel ist es in dem Lokal. 

Hier muss man sich auf den mittelalterlichen Charme einlassen. Die Getränke werden schwungvoll auf die alten Tische geknallt, es wird laut gelacht und gescherzt. An den Wänden hängen Werkzeuge aus vergangenen Zeiten und das Bier kommt aus einem Zapfhahn mit Totenkopf. Besteck gibt es übrigens auch keins – zumindest ich musste bei meinen Rippchen mit Krautsalat mit den puren Händen ran. Dafür gab es auch einen ganzen Laib Brot dazu. 

Der unendliche Turm

Wenn man schon mal in der Innenstadt ist, kann man auch gleich noch bei der Bibliothek vorbei gucken, war mein Gedanke. Gleich im Eingangsbereich findet man einen scheinbar „unendlichen Bücherturm“. Von außen wirken die 8000 gestapelten Bücher nicht so spektakulär. Wirft man aber einen Blick hinein, versteht man den Hype rund um die „Säule des Wissens“.

Der slowakische Künstler Matej Krén hat das Kunstwerk schon 1998 fertiggestellt. Es handelt sich dabei um eine optische Illusion, die mit Spiegeln erzeugt wird. Dafür nehmen Besucher teils Wartezeiten von einer Stunde und mehr in Kauf. So lange hätte ich nicht gewartet, muss ich zugeben. In meinem Fall waren es gerade mal zehn Minuten. Glück muss der Mensch haben. 

Ein Turm mit einer längstöffnung durch die man hineinschauen kann. Der Turm besteht aus geschichteten Büchern und steht in einem Raum. Er ist hell und freundlich. Der Boden ist gefliest und an den Wänden sind Holzverkleidungen angebracht.
Von der Ferne betrachtet wird das Kunstwerk eher unspektakulär.
Der Bücherturm von Innen. Es scheint, als würde er unendlich nach unten gehen.
Die "Säule des Wissens" scheint unendlich. Eine optische Illusion.

Allerdings hat das entdecken all dieser und noch vieler anderer Schätze von Prag wenig mit Glück zu tun. Das bedarf langer Planung und viel Organisation. Durch mehr als fünfzig Reisen in die unterschiedlichsten Regionen der Welt konnte ich viel Erfahrung sammeln. Worauf muss man achten, wie kombiniert man verschiedenste Sehenswürdigkeiten am besten und wo kann man sparen, ohne das man sich vor Ort ärgern muss? 

Dabei kann ich helfen. Ob Städtetrip, Kultururlaub oder einfach ein ganz entspannter Strandurlaub mit ein paar Ausflügen als Highlight. Planen wir den nächsten Urlaub gemeinsam. Per ZOOM Videocall oder – je nach Ort – in einem Café in deiner Nähe. Kontaktiert mich einfach per Formular.

In meinem Onlineshop gibt es auch einiges zu entdecken. 

Ein Memory Spiel mit Bildern aus Destinationen weltweit. Die Schachtel ist rot und man sieht viele kleinere Karten davor auf einer hellen Oberfläche verteilt liegen.
Ein Buch mit dem Titel "Wie gut kennst du Österreich". Auf der Vorderseite sieht man eine Alm mit einer Kuh. Das Ringbuch liegt auf einer rot weiß karierten Oberfläche.

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