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Yukigassen: ein Trendsport aus Japan

Schneebälle fliegen durch die Luft, dazwischen laufen und robben hoch konzentrierten Spieler aus zwei Mannschaften. Hier sollte nicht nur darauf aufpassen, keinesfalls von einem gegnerischen Ball getroffen zu werden – auch die eigene Flagge muss vor den Feinden beschützt werden.

Bei diesem traditionellen japanischen Schneeballwettbewerb braucht man neben Schnelligkeit auch Geschick und Taktik. Und eine gute Kondition! Denn auch wenn sich die Spielzeit mit drei Minuten kurz anhört, hier kommen selbst trainierte Profis aus der Puste. Der Sport wurde Ende der 1980er-Jahren auf der Insel Hokkaido erfunden. Schnell verbreitete er sich über ganz Japan und fand so auch seinen Weg nach Skandinavien, Russland, Kanada, Australien und sogar nach Österreich (Filzmoos). 

Was passiert bei Yukigassen?

Zwei Teams aus je zehn Teilnehmern treten gegeneinander an. Auf jeder der beiden Spielfeldhälften befinden sich jeweils sieben aktive Spieler, die anderen drei sitzen auf der Ersatzbank. Jede Mannschaft hat maximal 90 Schneebälle zur Verfügung und drei Minuten Zeit pro Satz. Ein Yukigassenspiel besteht aus drei Sätzen. In dieser Zeit versuchen die Teilnehmer, alle Mitglieder des gegnerischen Teams mit Schneebällen zu treffen. Eine weitere Methode, den Sieg zu erringen, ist es, die gegnerische Flagge zu holen. Die ist aber auf der anderen Seite des Spielfeldes, tief in der feindlichen Zone. Auch wenn sich je drei Schutzwände auf jeder Spielhälfte befinden, so ist das Erobern (Herausziehen) der gegnerischen Flagge ein sehr schwieriges Unterfangen.

Das Spiel ist also eine Mischung aus „Völkerball“ und „Schnapp dir die Flagge“. Es gibt allerdings einige Regeln, die von den Schiedsrichtern streng überwacht werden. So sind die Schneebälle genormt und müssen vor Spielbeginn mit einer speziellen Schneeball-Maschine hergestellt werden. Alle Spieler müssen Helme tragen und bei Übertreten der äußeren Spielfeldlinie signalisieren die Schiris ein gnadenloses „Out“. Dieser Spieler darf dann im aktuellen Satz nicht spielen. Das gleiche gilt auch für Spieler, die in dem 10 x 36 Meter Spielfeld von einem gegnerischen Ball getroffen wurden. 

Die Sportart hat es sogar bis nach Österreich geschafft. Ein Bild vom Turnier in Filzmoos 2025
Die Spieler müssen zwingend Helm tragen und Spikes an den Schuhen sind verboten.

Das offizielle Regelwerk gibt auch genau vor, wie die Gewinner und Verlierer zu bestimmen sind. Natürlich hat das Team gewonnen, dass entweder alle Gegner mit den Schneebällen getroffen hat oder die Mannschaft, welche die gegnerische Flagge erbeutet hat (beides gibt 10 Punkte). Sind beide Flaggen unberührt und noch Spieler auf beiden Seiten, wenn ein Satz vorbei ist, wird pro verbliebenem Spieler ein Punkt vergeben. Die Gesamtpunktanzahl bestimmt am Ende der neunminütigen Spielzeit dann die Siegermannschaft.

Der Sport wird weltweit immer beliebter.

Seit 1992 das erste Yukigassen-Turnier außerhalb Japans in Schweden ausgetragen wurde, wächst die Popularität dieser Sportart rasant. Inzwischen gibt es mehrere Tausend Teams, eine „International Federation of Yukigassen“ und Pläne, die japanischen Schneeballschlacht zu einer Olympiadisziplin zu machen.

Das Spielen von Yukigassen erfordert übrigens nicht zwingend Schnee. In Japan wird auch mit anderen kleineren Bällen in Parks, an Stränden oder in Sporthallen gespielt. Das Publikum ist dabei genauso enthusiastisch wie in einer Schneelandschaft. Besonders gut kommt es an, wenn ein Spiel knapp ausgeht oder ein „Gekokujo“ auftritt. Das ist der Ausdruck, wenn ein neues Team eine Geübtes aus dem Rennen um den Pokal wirft.

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Immer wieder schwirren „Japanische Weisheiten“ durchs Internet. In diesem Artikel finden Sie die wichtigsten. Spoiler: Es sind mehr als sieben! 

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