In der ungarischen Hauptstadt sind sie sowohl bei Einheimischen als auch Touristen bekannt und beliebt: Die Kolodko Statuen. Aber was steckt hinter den kleinen Bronzefiguren, die überall in der Stadt verteilt sind?
Man übersieht die winzigen Kunstwerke leicht. Sie sind in Parks versteckt, manchmal auch an Säulen angebracht oder an Brückengeländern. Aber wenn man seine erste entdeckt hat, will man mehr. Inzwischen haben viele Leute sogar richtige „Kolodko Straßenkarten“ online gestellt. Dennoch ist nie sicher, dass man sie Figuren auch tatsächlich dort findet.
Mykhailo (Mihály) Kolodko ist ein 1978 geborener ukrainischer Künstler, der an der Lviv Academy of Arts „Monumentalbildhauerei“ studiert hat. Im Jahr 2010 begann er, kleine Figuren mit großer Aussagekraft herzustellen. Diese Mini-Kunstwerke sind sowohl in seiner Heimatstadt Uzhhorod zu finden, aber auch in Transkarpatien, wie etwa in Mukatschewo, Chynadiyevo und Serednie. 2017 entschloss er sich, seine Heimat zu verlassen und mit seiner Familie nach Ungarn auszuwandern.
Die Figuren sind so beliebt, dass sie als Souvenir mitgenommen werden.
Künstler stellte 2016 die erste Mini-Bronzestatue in Budapest auf. Er versteckt seine kleinen Figuren überall in der Hauptstadt. Leider werden manche der kreativen Meisterwerke von Leuten gestohlen und mit nach Hause genommen. Wenn sich die Statuen an einem beliebten Platz befunden haben, ersetzt der Künstler die abhanden gekommenen Figuren auch schon mal.
Kolodko sucht erst den Ort aus, wo eine Figur gut hinpassen würde, bevor er mit der Arbeit beginnt. Er platziert die Skulpturen immer an Standorten, die er von seinem Auto aus sehen kann, wenn er vorbeifährt. Mit seinen Figuren will er mit den Einwohnern von Budapest ohne Worte kommunizieren. Ganz nach seiner Philosophie: „Auch in kleiner Form ist es möglich, monumentale Ideen auszudrücken“.
Der Ukrainer wird häufig als Guerillakünstler bezeichnet, weil er einige seine Figuren ohne offizielle Erlaubnis im öffentlichen Raum platziert. Auch wenn seine Kunstwerke mit 10-15 Zentimeter sehr klein und meist gut versteckt sind – bisher wurden noch alle seiner Figuren gefunden.
Die Auswahl der Figuren reicht von Garfield zum Teddybären von Mr. Bean.
Die Jagd nach den Bronzestatuen ist wohl so populär, weil die Leute es lieben, versteckte Dinge aufzuspüren. Außerdem bezieht sich Kolodko oft auf bekannte Figuren der ungarischen Geschichte oder auch auf Cartoon-Charaktere. Ein Beweis dafür, wie beliebt seine Werke sind, ist, dass sie im Winter liebevoll von Leuten mit Mützen und Schals ausgestattet werden.
„Wenn Touristen die Geschichte hinter den kleinen Statuen erfahren, beginnen sie, die Stadt mit anderen Augen zu entdecken. Sie achten auch mehr auf kleinere Details und lassen sich Zeit, die Dinge genauer zu betrachten“, führt Julia Kravianszky, ein privater Tourguide, in ihrem Blog aus.
Faszinierend ist auch, dass die Figuren alle interessante Hintergrundgeschichten haben. Wie beispielsweise der Taucher. Man findet ihn in der Nähe des „schönsten Cafés“ der Stadt, dem New York Café. Eine Legende besagt, dass der Schriftsteller Ferenc Molnár bei der Eröffnung des Kaffeehauses dessen Schlüssel in die Donau geworfen haben soll. So sollte sichergestellt werden, dass das Café für immer offenbleibt. Der kleine Taucher hat eben diesen Schlüssel gefunden.
Inzwischen sind etwa fünfzig der kleinen Figuren in ganz Budapest verteilt und es werden stetig mehr. Man sollte sich also beim Schlendern durch die Hauptstadt etwas Zeit lassen – vielleicht entdeckt man einen echten Kolodko hinter der Parkbank.
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Quellenangaben:
https://www.ungarn-tv.com/budapest-ist-um-eine-neue-kolodko-miniskulptur-reicher-geworden-53730.html
https://www.goethe.de/prj/zei/de/exp/24650861.html
https://lovefromhungary.com/beautiful-budapest-stories-mini-sculptures-by-kolodko-street-art/
https://littlediscoveries.net/reisen/ungarn/budapest/die-versteckten-mini-skulpturen-in-budapest/
Fotos: Ingrid Müller


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